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letzte Änderung 6/2009

Das Auge Gottes und des Menschen
und vieler Tiere

Wissen aus dem Sohar
überbracht von Andreas G. Szabo
München 2008
Auge Gottes

Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem in der hebräischen Tora (original Mosesbücher) verborgenen Sinnbild des Auges und mit seinen Umschreibungen im Sohar (heiliges Buch der Kabbala). Dazu werden Erklärungen abgegeben und Bedeutungsmöglichkeiten aufgezeigt. Es geht hier ferner auch um die Existenz von nach diesem Augenmuster mittels Gematria in die Tora chiffrierten Bildern, die im Sohar "Antlitze Gottes" genannt werden.

Hintergrundwissen? Bitte sehen Sie bei Bedarf die Erklärungen unter den Außenlinks.

http://de.wikipedia.org/wiki/Tora
http://de.wikipedia.org/wiki/Sohar
http://de.wikipedia.org/wiki/Kabbala
http://de.wikipedia.org/wiki/Gematrie
http://de.wikipedia.org/wiki/Lebensbaum_(Kabbala)

Bild oben: es bedeutet nicht, dass die Welt eine Scheibe ist, sondern vielmehr sehen wir darin das in der Tora verborgene mystisch-okkulte Augenschema, welches im Sohar klar beschrieben ist. Es bildet die Grundlage zur Schau der in der Tora versteckten Bilder. Im Titelbild ist die mittlere Region aus Platzgründen größer gemalt als die übrigen Ringe, das heißt, in Wahrheit sind alle Ringe gleich breit.



Bildgebende Zahlen - das Antlitz im Auge

bild eines rades mit 8 speichen hierBilder aus der Tora, wie geht das? Wir beginnen mit einer Scheibe. Diese unterteilen wir in genug konzentrische Kreise und diese in ausreichend Sektoren um alle Worte des heiligen Buches aufzunehmen. Rechts sehen wir eine stark vereinfachte Darstellung, denn in Wahrheit benötigt man viel mehr Speichen, etwa so wie in der Iris eines Auges, weswegen wir die Methode auch "Hitomi"-Funktion nennen.

Im Hebräischen gibt es keine Zahlenzeichen sondern jeder Buchstabe stellt zugleich eine Zahl dar. Wir bilden für jedes Wort die Quersumme seiner Buchstaben (das ist Gematria).

Nun bestimmen wir eine Zahl und markieren auf unserer Scheibe alle Worte welche diese Zahl haben, so daß Punktemuster entstehen. Bei bestimmten Zahlen, die wir bildgebende Zahlen nennen, stellen diese Punktemuster nach dem Verbinde-die-Punkte Schema sinnvolle Bilder dar. Unter diesen Bildern, im Sohar "Antlitze" genannt, gibt es Anspielungen auf Sternbilder sowie Formen wie z.B. ein rechter Winkel oder ein Zirkel. Das ist das tiefste Geheimnis der Genesis und der Tora.



Aus dem Sohar

Der Sohar ist ein angeblich wichtiges Buch der Kabbala. Im Folgenden sind solche Zitate daraus aufgeführt, welche die Entdeckung des Augenmusters und der Antlitze im Auge bekräftigen. Die Folioblattnummern (fol.) beziehen sich auf die dreibändige Wilnaer Ausgabe von 1882. Die Seitenzahlen dahinter in Klammern sind die von "Der Sohar" aus Diederichs gelber Reihe (Übersetzungen von Ernst Müller).

Bitte betrachten Sie die folgenden Sohar-Zitate in Verbindung mit dem Titelbild, denn es ist von den aufgeführten Textstellen inspiriert.

III. fol. 129b (S. 76)

Die Augen des >weißen Hauptes< sind verschieden von anderen Augen. Sie haben keine Lider und keine Wimpern.


II. fol. 222a-b (S. 63) – die Pupille

Und dieses Haupt in der Höhe ist ist ein Punkt, der in der Mitte der Welt steht, ... In drei Weisen breitet sich die Erde um jenen Punkt ... umRINGt ihn [als drei konzentrische Ringe/Regionen aus denen die ganze Pupille besteht]... Die erste Ausbreitung [die innerste der drei Regionen]: ... Jerusalem ... . Die zweite Ausbreitung [Ring zwischen innerer und äußerer Region] das ganze  Land Israel, ... Die dritte Ausbreitung: [äußere Region ist] die ganze übrige Erde, der WohnKREIS aller anderen Völker. Und der Ozean umschließt das ganze.

Es ist das Geheimnis der KREISE IM AUGE, welche den mittelsten Punkt umgeben, der eigentlich das Sehen des ganzen Auges bildet. Diesem Punkt gleich steht in der Mitte das Allerheiligste mit der Bundeslade ...


I. f ol. 225b-226a (S.200) – Iris und Pupille

Denn es ist das Auge des Menschen ein Abbild der Welt und alle Farben darin in Kreisen angeordnet. Das Augenweiß entspricht dem Ozean, der die ganze Welt von allen Seiten umschließt; eine Zweite Farbe [entspricht] dem Festland [das ist die Iris], ... ; eine dritte Farbe in der mittleren Region: das ist Jerusalem, die Mitte der Welt [das ist die Pupille]. Eine vierte Farbe aber ... in ihr wird sichtbar [das] Antlitz [der Dinge] ...das ist Zion , der Mittelpunkt von allem, darinnen sichtbar wird die Erscheinung der ganzen Welt.

Und dieses Auge ist das Erbe der Welt, das der eine verlässt, während der andere es empfängt.


II. fol. 56b-57a (S. 288)

Wenn ihr kommet, meine Antlitze zu schauen. Warum >Meine Antlitze<? Es sind nämlich alle Antlitze des Königs in Tiefen der Finsternis [der Pupille] verborgen.


I. fol. 186a (S. 69)

Denn die Welt, als sie erschaffen wurde, wurde von jener Stätte aus erschaffen, welche die Vollendung und das Heil der Welt ist, ein Punkt der Welt und Mittelpunkt von allem. Und welches ist diese Stätte? Zion, ...

... Von Zion, der Vollendung der Schönheit, erstrahlt Elohim. ...

... So ist Zion der kraftende Urpunkt der ganzen Welt; ... Denn es sind zwei Stufen, die doch eine Einheit bilden: Zion und Jerusalem.


II. fol. 43b (S. 292)

..., im Schauen des verborgenen Auges [kann gewusst werden]: daß drei eins sind.


I. fol. 71b (S. 95)

Und über der Ausdehnung zu ihren Häuptern wie die Erscheinung eines Saphirsteins. Das ist der Grundstein, der den Mittelpunkt der ganzen Welt bildet, auf dem das Allerheiligste steht.


II. fol. 136b-137b (79)

..., denn von jenem Saphirleuchten leuchtet Ring um Ring.



Erklärungen

Die folgenden Erklärungen nehmen Bezug auf obige Sohar-Zitate und auf das Titelbild.

Die Bezeichnungen „Jerusalem“, „Israel“, „Restwelt“, „Bundeslade“ u.s.w. sind esoterisch zu verstehen. Sie meinen nicht die äußeren Dinge, sondern betreffen die ganze Schöpfung und jeden Menschen in seiner Seele.

Bild einer baylonischen Tontafel hierDas Weiße des Auges ist der (Ur-)Ozean, den man aus diversen Mythologien kennt und der diese Welt von allen Seiten umfließt. Die Pupille ist rund und in drei konzentrische Regionen aufgeteilt, die sich um einen Mittelpunkt – die Mitte der Welt - ausbreiten. Ihre drei Ringe haben folgende Bedeutungen, von Innen nach Außen: 1. Jerusalem, 2. Israel und 3. den Rest der Welt. Diese Anordnung kennt keine farbige Iris, denn sie wird direkt vom Weißen umschlossen.

Rechts: konzentrische Kreise auf einer uralten babylonischen Tontafel.

Die Bedeutungen der Ringe: der Mittelpunkt Zion als das Urpotential der Schöpfung, das ist die Welt Adam Kadmon oder En Soph (1). Dann im innersten Ring Jerusalem (2) als Bipolarität und Grundstruktur des Schöpfungsprozesses, das ist Atziluth, also die Welt der Archetypen (immer
KadmonZionEn Soph
AtziluthJerusalemJod
BeriahIsraelHe
YetzirahRestweltVav
AssiahOzeanHe
ein Bedürfnis, zB Ur-Idee des Sitzens). Als "Israel" (3), das sind viele, folgt drumherum die geistige Welt Beriah in der der Ursinn Form annimmt (alle möglichen Stühle als geplante Erfüllung der Idee des Sitzens) und dann als Restwelt die sich manifestierende geistige Welt Yezirah (4), in der eine der Formen als Rest der vielen möglichen gestaltet wird (die Idee eines ganz bestimmten Stuhls als Rest der allgemeinen Idee von Stühlen). Der Ozean (5) bildet die materielle Welt Malkuth oder Assiah, die stets im fließen ist. Hier ist das Geheimnis, dass es in der Welt auf atomarer Ebene keinen Unterschied zwischen den Elementen gibt, sondern dass die Welt aus dieser Perspektive eine homogene Soße (Ursuppe) ist (daraus besteht der ganz bestimmte Stuhl auf Erden). Im Ozean existiert dann wieder als Mittelpunkt - der quasi überall ist - das Zion als das Urpotential der Schöpfung...

Die drei Ringe der Pupille können zusammen als ein Bereich verstanden werden, wobei dann die ganze Pupille Jerusalem ist. Sehen wir das in Parallele zum Namen Gottes JHVH יהוה, der bedeutet: das was war ist und sein wird. Das anfängliche Jod י, das Bedürfnis, breitet sich in Form von mehr oder weniger konkreten Erfüllungsideen über drei Ringe aus und nimmt dabei He ה die allgemeine Idee durch die noch das Leuchten des Urfunkens durchscheint und Wav ו die spezielle Idee in sich auf. Das zweite He ה, der Materie-Ozean als das erfüllte Bedürfnis existiert als Antwort auf das Jod י und so bleibt vom Namen Gottes die Kurzform übrig: Jah יה, das bedeutet Sein. Die Erfülung eines Bedüfnisses Jod י, z.B. nach Licht, ist He ה, z.B. Transparenz. Durch die Schöpfung ist das Licht sichtbar, durch das tägliche Brot - die immer neue Schöpfung - verteilt sich der Genuss unter den Menschen.

Das dreifaltige Jerusalem
ZionJod
JerusalemHe
FestlandVav
OzeanHe
wird umgeben von einer farbigen Iris aus weiteren 2 Ringen (warum es zwei sind wird im folgenden Abschnitt "In Zahlen" erklärt), die das ganze übrige Festland sind und die wiederum vom Ozean (weiß) umgeben werden. Der Ozean besteht aus 1 Bereich, die Iris aus 2 Ringen und die Pupille aus 3.

In dieser Anordnung entspricht der Mittelpunkt Zion dem Buchstaben Jod י im Namen Gottes JHVH יהוה. Dieser ist der kleinste und punktförmigste Buchstabe, der den Kabbalisten als Urform der hebräischen Buchstaben gillt. Der Mittelpunkt oder das Jod symbolisiert das Bedürfnis das hinter einer Schöpfung steht, z.B. das Sitzen. Das erste He ה in JHVH bedeutet Fenster und gehört zu Jerusalem, der Pupille, durch die das Bedürfnis z.B. des Sitzens vom Licht des Urfunkens Jod prinzipiell erfüllt wird, z.B. in Form der Idee irgendeines Stuhls. Jerusalem ist die Grundidee der Erfüllung von Bedürfnissen, sprich Jod durch He, also den Gottesnamen Jah. Das Erfüllen von Bedürfnissen ist Ursache und Wirkung und der ganze Sinn der Schöpfung, denn Jah bedeutet Sein. Der dritte Buchstabe von JHVH ist Vav ו , das bedeutet einen Nagel als Instrument zur Fixierung und gehört zum Festland (Iris), mit dem nicht die Materie gemeint ist, sondern die absolut feste Idee, z.B. eines ganz bestimmten Stuhls. Letzendlich ist der Ozean - auf atomarer Ebene - die materielle Welt. Zu ihr gehört das zweite He ה , das Fenster das die Welt ist, durch die die Idee in Erscheinung tritt, also der Stuhl an sich und der Mensch der darauf sitzt. Das ist dann die endgültige Befriedigung des Bedürfnisses nach Sitzen.

Wenn Jerusalem identisch ist mit der ganzen Pupille und wenn Zion, der Punkt, identisch ist mit Jerusalem (Zohar: "Denn es sind zwei Stufen, die doch eine Einheit bilden: Zion und Jerusalem."), dann ist Zion ebenfalls identisch mit der ganzen Pupille.

Das gillt auch für das Allerheiligste mit der Bundeslade, das im Mittelpunkt steht sowie der Saphirstein ebendort. Das Wort Saphir hat im hebräischen die selbe Wurzel wie die Worte Sefer (Buch) und Sefir (Zahl).

Hauptsächlich in der Pupille erscheinen - wie das leuchten eines Saphirs - die Punkte, aus welchen die in der Tora versteckten Rundbilder (die Antlitze) bestehen. Das ist das Erstrahlen der Elohim. Man muß nur noch die Punkte richtig verbinden.



In Zahlen

Die Unterteilung der Tora in Verse und Kapitel wurde bis zu ca. 1000 nach Christus nur mündlich überliefert. Danach erschien der Leningrad Codex - http://de.wikipedia.org/wiki/Codex_Leningradensis -, eine Toraversion in der erstmals ordnende Zeichen abgedruckt waren. Die ganz korrekten Aufteilungen finden wir heute z.B. in der Koren genannten Ausgabe der Tora. Diese hat insgesamt 5847 Verse, wobei die ersten 1533 die Genesis sind.

Bild einer Bibel hierIm 1022ten Vers der Genesis findet sich dreimal das Wort „Name Dein“ (SchemCha) mit dem Zahlenwert 360. Damit wird auf drei Kreise hingewiesen. Und weil diese Information genau im letzten von 2 x 511 Versen kommt (in Vers 1022) und weil es von da bis zum Ende der Genesis noch genau 511 weitere Verse sind, gilt die Genesis als dreigeteilt in 3 x 511 = 1533. Das dreimalige Auftreten der Kreiszahl 360 und die drei Textabschnitte mit je 511 Versen deuten an, daß es hier 3 Ringe gibt, aus je 511 Versen (Sektoren).

Bild links: eine Anspielung auf das eben genannte Schema auf dem Buchdeckel der „Einheizübersetzung“ (Bibelfassung) - http://de.wikipedia.org/wiki/Einheitsübersetzung.

interessantes Bild hierDie inneren 3 Ringe des Auges entsprechen der Pupille und der Genesis, weil beide dreifach sind und weil 1533 auch die Summe der beiden bildgebenden Zahlen der Antlitze der Baumstationen Echo 867 und Schönheit 666 ist, die durch den Buchstaben Ajin verbunden sind, welcher wiederum das dunkle des Auges bedeutet. Die ganze Genesis passt genau in die Pupille.

Die Summe der beiden bildgebenden Zahlen der Antlitze der Baumstationen Verstehen 656 und Strenge 366 ist 1022 - das meint zwei Ringe a 511 Sektoren - und zwischen diesen Stationen liegt der Buchstabe Chet, das bedeutet Zaun, der dem Zaun um das Auge, also der  Iris zuzuordnen ist. Die Iris hat also 1022 Sektoren / Verse, und zwar ab dem Anfang von Exodus dahinein.

5 Ringe aus jeweils 511 Sektoren / Versen sind das Auge mit Iris, insgesamt 2555 Sektoren (siehe Titelbild). Ebensoviele Tage haben 7 Jahre und Solange braucht der Körper des Menschen um jede sich erneuernde Zelle mindestens einmal erneuert zu haben. Das ist gemeint, wenn da geschrieben steht im Sohar das "es der eine verlässt, während der andere es empfängt". Gemeint ist aber auch der Tag, die Stunde oder der Augenblick, wie aus I. fol. 129a-b (S. 286) hervor geht.

Das Auge besteht aus 5 Ringen, aber in die Tora passen 11 (Rest: 231 Verse). Wir haben hier nochmal die Zahlen 5 und 11, wie auch schon als die 511 Sektoren pro Ring. Da besteht offenbar ein Zusammenhang zu den im Anfang der Genesis aufgelisteten Patriarchen, denn diese sind dort in den Kapiteln 5 (Adam bis Sem) und 11 (Sem bis Abram) aufgeführt.

Die Zahlenwerte der Buchstaben Ajin 70 (Pupille) und Chet 8 (Iris) sind zusammen 78. Die selbe Zahl erhalten wir aber auch nur aus der Pupille, wenn wir in ihr die maximale Anzahl an Worten pro Speiche zählen: pro Ring und Vers sind das maximal 26 und bei drei Ringen sind das 3 x 26 = 78. Daraus lesen wir, dass die Pupille allein und das ganze Auge aus Pupille und Iris im Grunde das Selbe sind.

78 ist außerdem die Zahl der Karten in einem vollständigen Tarotspiel, 22 Trümpfe plus 56 Farbenkarten. Jeder Trumpf ist traditionell einem der 22 hebräischen Buchstaben zugeordnet. Addiert man nun die Nummern der Tarot-Trümpfe der Buchstaben Chet und Ajin, das sind Nr. 7 und Nr. 15, erhält man wieder 22.

Bei bedarf sehen Sie bitte etwas mehr Erklärung zu Tarot oder Tarot in Verbindung mit der Kabbala.

http://de.wikipedia.org/wiki/Tarot#Kabbala
http://de.wikipedia.org/wiki/Tarot

Das Auge Gottes und seine in ihm erscheinenden Antlitze sind vollkommen und sind zusammen mit den Tarotkarten Urbilder unseres Unterbewußtseins und unserer Zivilisation.



Die Antlitze im Einzelnen

Bild des Baumes der Antlitze Gottes hierDas sind die verborgenen Antlitze in einer Vorschau. Im nächsten Artikel werden sie erklärt. Es wird dort auch hergeleitet und abgecheckt warum welches Antlitz wo im Lebensbaum seinen typischen Platz hat.

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